
Die Geschichte der Stiftung begann vor 30 Jahren, als eine Gruppe ehrenamtlich tätiger Krakauer Studenten (Volontäre) beschloss, sich in ihrer Freizeit für Heimkinder zu engagieren. Die Studenten besuchten die Kinder in den Heimen, halfen ihnen beim Lernen, gingen mit ihnen spazieren, nahmen sie sonntags in die Heilige Messe mit und luden sie am Wochenende und an Feiertagen zu sich nach Hause ein. Sie wollten auch gemeinsam mit den Kindern die Ferien verbringen. Auf diese Aktivitäten wurde der Jesuitenpater Ludwik Piechnik aufmerksam. Er nahm die Studenten in seine seelsorgerische Obhut und stand ihnen auch mit seinem pädagogischen Wissen zur Seite. Er ermutigte die jungen Leute und spornte sie bei ihren Aktivitäten an, denn er war der Meinung, dass sie als Laien leichter Zugang zu den Kindern und deren Problemen finden konnten, als Geistliche. Pater Piechnik organisierte Gesprächsrunden und Fortbildungen für Leute, die sich für die Arbeit mit Kindern engagierten. Dank seiner Bemühungen konnte ein verlassener Bauernhof auf einem ca. 10 ha großen Grundstück in ¯mi±ca bei Limanowa (70 km südlich von Krakau) erworben werden, der für Sommerferienfreizeiten mit Kindern genutzt werden sollte.
Um
dem freiwilligen ehrenamtlichen Engagement der Studenten (Volontariat)
zugunsten der Sozialwaisen einen organisatorischen Rahmen zu geben, wurde im
Jahre 1980 auf Anregung von Pater Piechnik sowie von Katarzyna
und Jan Mader die Kinderhilfsaktion ins Leben gerufen.
Die in ¯mi±ca erworbene Liegenschaft wurde den Bedürfnissen einer Sommererholung für Kinder angepasst. Die Gebäude wurden renoviert, die Fenster und Türen repariert. Die Aktion wurde von Anfang an von der Akademie für Bergbau- und Hüttenwesen unterstützt. Der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. habil. Antoni Kleczkowski, stellte Haushaltsgeräte, Betten und Bettbezüge zur Verfügung, die nach der Renovierung der Studentenwohnheime dort nicht mehr gebraucht wurden. Diese Unterstützung währt bis heute. So dürfen die Kinder beispielsweise bei ihrem jährlichen Aufenthalt an der Ostsee im Erholungszentrum der Akademie in £ukêcin kostenlos übernachten.
Im
Jahre 1981 verbrachten zehn Kinder aus Krakauer Kinderheimen unter der Obhut
der Studenten einen Teil der Sommerferien in ¯mi±ca, vier Jahre später
waren es bereits 66 Kinder. Die Weiterentwicklung dieser Aktion war auch
dank der breiten Zusammenarbeit mit anderen Institutionen möglich. Eine
große Hilfe war die Unterstützung seitens der Jesuitenpater (Südpolnische
Provinz und Oberdeutsche Provinz). In dieser Angelegenheit haben sich der
Generalobere des Ordens, Pater Peter Kovenbach, und der
Provinzökonom, Pater Karl Kreuser, persönlich engagiert. Pater
Karl Kreuser wurde von Anfang an zum treuen Freund von ¯mi±ca. Als er
sich die Fundamente des neuen Hauses (von den Kindern als "großes weißes
Häuschen" bezeichnet) anschaute, sagte er: "Habt keine Angst, wir werden
dieses Haus errichten". Er hielt sein Wort. Für den Hausbau konnte er Frau
Benedicta Dykmans begeistern, die einen größeren Geldbetrag
stiftete. In verschiedenen Kreisen verbreitete er die Idee des
"Kinderhilfswerkes" und gewann so weitere Wohltäter für die gute Sache. Bei
jedem seiner jährlichen Aufenthalte in Polen besuchte Pater Kreuser ¯mi±ca
(und später auch das Haus in der Rajska-Straße in Krakau). Trotz seiner
zahlreichen Verpflichtungen fand Pater Kreuser immer Zeit für Gespräche über
Kinder und deren Bedürfnisse.

Seit 1989 wird die Aktion von Anita und Hans Hechendorfer vom Arbeitskreis Umweltschutz und Entwicklungshilfe e.V. und dessen Mitgliedern aus Dachau unterstützt. Ihr Interesse an der Tätigkeit der Stiftung "Kinderhilfswerk" ist nach wie vor sehr groß. Ihre regelmäßigen Aufenthalte in Polen (zweimal im Jahr) – in ¯mi±ca und Kraków – bieten immer Gelegenheit für Gespräche über Probleme und Bedürfnisse der betreuten Kinder und ständig wird daran gearbeitet, die Rahmenbedingungen zu verbessern.
Die Hilfe der Freunde aus Dachau kam für die Stiftung und
deren Schützlinge mehrmals gewissermaßen wie vom Himmel gesandt, wie
beispielsweise im Sommer 1997, als Polen von einer Hochwasserkatastrophe
heimgesucht wurde. Im Ferienlager in ¯mi±ca erholten sich zu dieser Zeit
etwa 100 Kinder. Aufgrund der Überschwemmungen war ¯mi±ca von der
Stromversorgung abgeschnitten. Die Lage war äußerst dramatisch. Viele
Straßen und Brücken waren unpassierbar. Hätten unsere deutschen Freunde
nicht innerhalb von drei Tagen ein Notstromaggregat geliefert, hätte man das
Ferienlager vorzeitig abbrechen und alle Kinder notgedrungen nach Krakau
zurückschicken müssen.
Dank der Unterstützung unserer deutschen Freunde ist es gelungen, die Mittel für den Ausbau des Zentrums in ¯mi±ca und in der Rajska-Straße in Krakau aufzubringen. Man kann ohne weiteres sagen, dass das Haus in ¯mi±ca seine kindgerechten Anlagen und seine Ausstattung in großem Maße dem Verständnis und der Hilfsbereitschaft der Freunde aus Deutschland zu verdanken hat.
Die Hilfe für die Initiative zugunsten der Kinder kam von verschiedenen Seiten. So hat beispielsweise der Direktor des Institutes für Obstanbau, Herr Pawe³ Ko³odziejczyk, in ¯mi±ca aus eigenen Mitteln einen großen Obstgarten angelegt, der so perfekt von ihm geplant wurde, dass die Bäume vom Frühling bis zum späten Herbst kontinuierlich Früchte tragen.
Der
Rotary-Club Kraków unterstützt unsere Tätigkeit
seit 1992. Er spendet Geldmittel für Sportgeräte und die didaktische
Ausstattung und gestaltet karitative Veranstaltungen (Konzerte) zugunsten
der Kinder mit, die sich in der Obhut der Stiftung befinden.
1993 wurde die "Kinderhilfswerk" Rupert-Mayer-Stiftung ins Leben gerufen, deren Hauptstifter die Provinz Südpolen der Gesellschaft Jesu, die Oberdeutsche Provinz der Gesellschaft Jesu in München, der Arbeitskreis Umweltschutz und Entwicklungshilfe e.V. in Dachau (Hans Hechendorfer) sowie polnische Stifter sind. Die Stiftung hat die Aufgaben der Kinderhilfsaktion übernommen.
Satzungsziel der Stiftung ist die Abwicklung von Aufgaben in folgenden Bereichen:
a) Soziale Hilfe, insbesondere Betreuungs- und Erziehungshilfe für natürliche und soziale Waisen sowie deren Familien, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, und das Bemühen um Chancengleichheit für alle Kinder,
b) karitative Tätigkeit,
c) Ausbildung, Bildung und Erziehung,
d) Förderung und Organisation des Volontariates,
e) Landeskunde und Erholung für Kinder und Jugendliche.
Die oben angeführten Ziele der Stiftung werden verfolgt durch:
Ø Unterstützung der Tätigkeit des Betreuungs- und Erziehungszentrums "Kinderhilfswerk", das für die ganztägige Betreuung und Erziehung von Kindern, die aus funktionsgestörten Familien stammen oder von Gewalt und Abhängigkeitssyndromen betroffen sind, sorgt (siehe Betreuungs- und Erziehungszentrum)
Ø Unterstützung des Adoptions- und Betreuungszentrums "Kinderhilfswerk", das Ersatzfamilien unterschiedlicher Art sowie Familienkinderheime und die sich dort aufhaltenden Kinder betreut und das auch Bewerber für Ersatz- und Adoptionsfamilien vorbereitet (siehe Adoptions- und Betreuungszentrum)
Ø Organisation der Sommerferienfreizeiten für Kinder, die vom Problem der sozialen Verwaisung betroffen sind. Jedes Jahr verbringen 180 Kinder (in zwei Durchgängen) aus Ersatzfamilien und dem Betreuungs- und Erziehungszentrum ihre Sommerferien in ¯mi±ca. Zur Kinderbetreuung werden für jeden Durchgang 40 Volontäre engagiert (seit 2007 arbeiten auch Volontäre aus den Vereinigten Staaten mit), die mit Unterstützung der Mitarbeiter des Adoptions- und Betreuungszentrums tätig sind. Die gemeinsame Erholung stellt das Resümee und die Krönung der ganzjährigen Arbeit mit den Kindern dar. Die Ferienfreizeit bietet die Chance, mit den Kindern zusammen zu sein und sie in der Atmosphäre der Erholung und des Spiels kennen zu lernen.
Die
Hilfe unserer zahlreichen Freunde hat es uns ermöglicht, das Zentrum in
¯mi±ca auszubauen sowie die Räume in der Rajska-Straße 10 in Kraków zu
renovieren (mit der Bestimmung für ein Betreuungs- und Erziehungszentrum
sowie ein Adoptions- und Betreuungszentrum, gegründet im Jahre 1995). Es
wurde die Arbeit mit den Kindern das ganze Jahr hindurch ermöglicht (früher
hat man das Haus in ¯mi±ca nur vom Frühling bis zum Herbst nutzen können, im
Winter musste man in das Gebäude des Kinderheimes in der
Chmielowskiego-Straße in Kraków umziehen).
Dank dem Wohlwollen und der Unterstützung vieler Spender aus dem In- und Ausland, die uns über 30 Jahre begleitet haben, sowie dank der erfolgreichen Zusammenarbeit der Kirche mit den Laien entwickelt sich das "Kinderhilfswerk" weiter und das Haus in ¯mi±ca dient gemäß seiner ursprünglichen Bestimmung und dem Willen der Spender den Kindern, die von sozialer Verwaisung betroffen sind.